Anlegen eines Anti-Thrombose-Strumpfes

Riskanten Thrombosen vorbeugen

Mit dem Begriff „Thrombose“ wird die Entstehung von Blutgerinnseln im Blutgefäßsystem bezeichnet, wobei sich Thromben vor allem in den Venen ausbilden. Thrombosegefährdet sind vor allem Menschen, bei denen der Rückstrom des venösen Blutes zum Herzen aus den verschiedensten Gründen verlangsamt bzw. gestört ist.

von  der Redaktion "Zuhause pflegen"

Wichtiges zur Entstehung von Thrombosen

Thrombosegefahr durch Blutgerinnsel

Für die Entstehung von Blutgerinnseln (Thromben) sind entsprechend der sog. Virchowschen Trias drei Faktoren maßgeblich:

  • Schädigung oder Veränderung der Gefäßinnenwände, hervorgerufen z. B.durch Verletzungen, Entzündungen (Venenentzündungen), Verengungen der Gefäße durch Sklerose (altersbedingte Kalkablagerungen bzw. Verlust der Elastizität) oder auch durch allergische Reaktionen auf bestimmte Stoffe.
  • Eine Veränderung der Blutzusammensetzung, wodurch die Blutgerinnung beeinflusst wird. Veränderungen der Blutzusammensetzung können infolge von Operationen, bei länger bestehenden Krankheiten durch die Medikamente oder auch bei schweren Infektionen auftreten.
  • Eine Verlangsamung der Strömungsgeschwindigkeit des Blutes, die einen mangelhaften Rücktransport des venösen Blutes zum Herzen und Stauungen in den Venen zur Folge hat. Blutstauungen (Stase) gelten als der entscheidende Faktor bei der Thrombenbildung. Eine deutliche Verlangsamung des venösen Rückstromes ergibt sich dabei bereits nach 24 Stunden Bettlägerigkeit. Die Stase wird verstärkt, wenn zusätzliche Risikofaktoren wie verminderte Herzleistung, Krampfadern, Übergewicht usw. vorliegen. 

Wie schwerwiegend das Ausmaß der Störung ist, hängt von der Größe des Thrombus ab und in welchem Venenbereich er festsitzt. Befindet sich der Thrombus im oberflächlichen Venennetz, was als Thrombophlebitis bezeichnet wird, werden die Störungen relativ gering sein. Denn das oberflächliche Venennetz, das vor allem Blutsammel- und -speicherfunktion hat, ist ein weitverzweigtes Netz, das den Ausfall eines einzelnen Venenabschnittes gut ausgleichen kann.

Folgenschwer kann jedoch eine Thrombose in den tiefer gelegenen Leitvenen sein, was als Phlebothrombose bezeichnet wird. Die Leitvenen haben nämlich die Hauptarbeit beim Rücktransport des Blutes zu leisten. Wird die Thrombose nicht erkannt und nicht sofort behandelt (entweder durch eine operative Entfernung oder durch Medikamente, die den Thrombus auflösen), bildet sich das Blutgerinnsel in ein starres Narbengewebe um, wodurch die Vene immer mehr an Elastizität und Funktion einbüßt. Die Folge sind Stauungserscheinungen, die sich im schlimmsten Fall bis hin zu einem offen Beingeschwür entwickeln.

Die gefährlichste Komplikation einer Thrombose besteht aber darin, dass es zu einer Lungenembolie mit akuter Lebensgefahr kommen kann. Eine Embolie entsteht, wenn sich das Blutgerinnsel losreißt und als sog. Embolus mit dem Blutstrom in die Lunge verschleppt wird und dort die Lungenstrombahn verstopft.

Bevorzugter Sitz von Thrombosen sind die Venen der Beine und des Beckens. Erste Anzeichen für eine Thrombose können Schmerzen sein, beispielsweise in der Wadengegend oder bei Druck auf die Fußsohle,. Dann folgen Rötung und Schwellung mit Temperatur- und Pulsanstieg. Wadenschmerz muss also immer ernst genommen werden! Nicht selten läuft eine Thrombose aber auch symptomlos, d. h. ohne Krankheitszeichen unerkannt ab, wodurch natürlich auch die Chanen einer Sofortbehandlung entfallen.

Wichtig: Die Einschätzung des Thromboserisikos und daraus ableitend, entsprechende Prophylaxemaßnahmen anzuordnen, ist Aufgabe des Arztes. Die Durchführung erfolgt durch Fachpflegekräfte bzw. Physiotherapeuten.

Ziele der Thromboseprophylaxe

Verband wird zur Thromboseprophylaxe an Fuß angelegt

Wichtigstes Ziel der Thromboseprophylaxe ist es, Die Strömungsgeschwindigkeit des Blutes zu erhöhen und den Rücktransport des Blutes zum Herzen zu fördern. Dadurch kann das Hauptübel – nämlich die Stase – bekämpft werden. Praktische Maßnahmen, um den Blutrückstrom zu fördern sind:

  • die Frühmobilisation durch passive und aktive Bewegungsübungen, 
  • das Hochlagern der Beine (Achtung: bei Herzerkrankungen nicht immer möglich, nur nach Anweisung des Arztes durchzuführen)
  • komprimierende Maßnahmen mithilfe eines Kompressionsverbandes oder sog. Anti-Thrombose-Strümpfe. Wichtiger Hinweis: Sämtliche komprimierenden Maßnahmen dürfen nicht eigenmächtig durchgeführt werden, weil insbesondere bei alten Menschen mit Durchblutungsstörungen, Diabetes mellitus und Herzerkrankungen viele Kontraindikationen (Gegenanzeigen) bestehen. 

Die anderen an der Thromboseentstehung beteiligten Ursachen – Veränderungen der Veneninnenwand und erhöhte Gerinnungsneigung des Blutes, lassen sich nur durch therapeutische Maßnahmen, vor allem durch Medikamente beeinflussen, und sind deshalb ebenfalls ausschließlich Sache des Arztes.